Abseits

Nun, da das fußballfreie Sommerloch gähnt, kann man sich wieder prinzipielleren Dingen zuwenden als denen, die in einschlägigen Fernsehgebührenvernichtungsinstallationen, namentlich ›Waldis Club‹ und dem auf Usedomer Sand gesetzten Expertendoppel, ventiliert werden, nämlich dem zuhöchst vertrackten Fragenkomplex: Was ist und zu welchem Behufe gibt es die Abseitsregel und inwiefern hängt dieselbe, wenn überhaupt, mit der Kunst zusammen? Erhellendes hierzu schreibt Alban Nikolai Herbst in seinem famosen Blog ›Die Dschungel. Anderswelt‹:
»Ständig im Abseits […] zu stehen, ist die Eigentümlichkeit einer Spezies von Literat, seit es die Literatur überhaupt gibt; manche wurden verbannt, andere – wie Kleist und Hölderlin – mit Nachdruck übersehen. Wie dem immer auch gewesen sei und sei: sie gehören mitsamt ihrem Abseits eben genau auf das Spielfeld drauf, ja jenes hat dieses mitdefiniert; im Nachinein betrachtet, war oft das Abseits die ästhetisch eigentlich bedeutende Zone. […] Im übrigen wählt man sich das Abseits nicht, sondern wird hingeschoben. Das ist von mir kein Klagen, sondern mein Abseits ist das Ergebnis – die Konsequenz nämlich – eigener Entscheidungen, und zwar solchen, an denen ich nach wie vor festhalte.«
http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/97050188/#97050916

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