Absenz-Statthalter

»Bin dann mal weg«, hat der Chef gesagt. »Schmeiß du inzwischen den Laden.«
Toll, der hockt jetzt seit Stunden da unten im Weinkeller, hier oben ist die Bude voll und der Kühlschrank leer!
Also bruzzel ich schnell was von dem zusammen, was von gestern übrig geblieben ist:
Caroline Wagner hat im E.-T.-A.-Hoffmann-Jahrbuch 2012 einen Beitrag veröffentlicht zum Thema »Kleists ›Käthchen von Heilbronn‹ in Bamberg« (S. 74-82), der im wesentlichen nichts Neues bringt (was soll es auch Neues geben, das wir noch nicht kennen?), der auch wieder behauptet, die Uraufführung des Stückes in Wien habe anläßlich der Vermählungsfeierlichkeiten zwischen Napoleon und der österreichischen Erzherzogin Marie Louise stattgefunden – was leider nicht stimmt -, aber da man immer etwas Neues erfährt, vorausgesetzt, man hat den entsprechenden Willen, war zu erfahren, daß die »Bamberger Theater-Journale 1802-1814« (Verzeichnis der aufgeführten Stücke mit Aufführungsdatum), 36 Blatt, jetzt online einzusehen sind. Der Zugang ist etwas umständlich erklärt: »über die Homepage der E.T-A.-Hoffmann-Gesellschaft: http://www.etahg.de/bibliographie/musikalischeswerk.php; hier führt ein Link zu dem Digitalisat aus dem Bestand der Staatsbibliothek Bamberg«, aber man kommt hin, wenn man sich vorher eine kleine Skizze macht. Dann ein Klick auf den richtigen Link dort, und 127 MB zuckeln über die Leitung. Auf meinem Bildschirm etwas schwer lesbare Faksimile-pdfs, die aber immerhin den dritten Bamberger Käthchen-Aufführungstermin (7. Februar 1812) bestätigen.
Na, wer sagt’s! —
So, Chef, alter Suffkopp, jetzt könnteste endlich hochkommen aus deinem Alk-Depot. Jetzt bin ich nämlich mal weg.

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