Actionstil

Michael Ringel in der taz über Erzählungen aus dem Krieg:
»Heute vermisst man einen Journalisten wie Heinrich von Kleist, dessen Storys immer noch zum Besten gehören, was über den Krieg geschrieben wurde – wie die ›Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege‹, in der ein Wirt von einem Offizier berichtet, der mitten in der Schlacht [»mehrere Stunden nach der Schlacht«, ach!] bei ihm einkehrt, ›Branntewein‹ säuft, eine ›Pfeife Taback‹ schmaucht und anschließend drei Feinde zu Pferde niedermacht.
Ganz nebenbei erfindet Kleist in dieser und anderen Anekdoten und Novellen das dramatisierende Präsens, oder wie man heute sagt: den Actionstil. Dass sich ein solch kriegserfahrenes Genie wie Kleist in Friedenszeiten, geplagt von Geld- und Liebessorgen, die Kugel geben musste, ist immer noch zum Heulen. ›Bassa manelka‹, möchte man da mit Kleists preußischem Offizier auf Türkisch [!?] fluchen.« http://www.taz.de/Die-Wahrheit/!159529/

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