Akutagawa und Dazai

Akutagawa Ryūnosuke, Klassiker der modernen japanischen Kurzgeschichte und hierzulande wohl zumindest Kinogängern durch Kurosawas Verfilmung von Rashōmon bekannt, ist ein weiterer Selbstmörder, der einem Literaturpreis – dem bedeutendsten Japans – seinen Namen gegeben hat. Akutagawas letzten Brief, vom Juli 1927 an den Schriftsteller Masao Kume, erläutert Sam Nallen Copley in einem Essay auf dem Blog von Cha. An Asian Literary Journal – vollständige englische Übersetzung des Briefs auf Wikisource, darin: »Once deciding on suicide […], I worked out the least painful means of carrying it out. […] As a sort of springboard I, as Kleist and Racine had done, thought of some company, for instance, a lover or friend, but, having soon grown confident of myself, I decided to go ahead alone.«

Kaum mehr als zwanzig Jahre später nahm sich der Schriftsteller Dazai Osamu, der Akutagawa sehr verehrt hatte, das Leben. Zu ihm schrieb Ludger Lütkehaus in der NZZ: »Eine Art von japanischem Kleist kann man in Dazai Osamu sehen: Auf die Selbsttötung scheint sein Leben von Anfang an angelegt. Am 19. Juni 1948, seinem 39. Geburtstag, beendet er es nach mehreren vergeblichen Versuchen zusammen mit einer Geliebten in einem Tokioter Kanal.«

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