Amphitheatrum

Gerhard Pickerodts Aufsatz Das Amphitheater. Wiederholung und Variation in Kleists Briefen (Kleist-Jahrbuch 2013, S. 132-141) handelt von einem »Zentralmotiv« in den Städtebildern, die Kleist von Würzburg, Dresden und Mainz entworfen hat. Beispielsweise im Brief an Karoline v. Schlieben vom 18. Juli 1801 aus Paris: »Was macht auch mein liebes Dreßden? Ich sehe es noch vor mir liegen in der Tiefe der Berge, wie der Schauplatz in der Mitte eines Amphitheaters – ich sehe die Elbhöhen, die in einiger Entfernung, als ob sie aus Ehrfurcht nicht näher zu rücken wagten, gelagert sind […]«. Patentschutz für dieses Bild wird Kleist jedoch schwerlich beanspruchen dürfen, siehe Topographische Geschichte der Stadt Dresden, und der um dieselbe herum liegenden Gegenden, durch Benjamin Gottfried Weinart (Dresden: Hilscher, 1777), S. 17: »Man gehe zu einem Thore hinaus, zu welchen man wolle, wird man die fruchtbarsten Auen und die bebautesten Äcker erblicken. Alles ist Abwechselung. Alle Reizungen der Natur haben gleichsam diese Stadt in ihren Schoos aufgenommen. Waldungen, in einer gehörigen Entfernung, Berge, theils nahe, theils fern, umgeben die ganze Gegend, und stellen dem Auge ein entzückendes Amphitheatrum dar.«

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