Anstalt zur Bequemlichkeit und zum Vergnügen

Aus einem Tagesspiegel-Artikel der Berliner Theaterhistorikerin Ruth Freydank zum 200. Todestag von Iffland:
»Am 27. Oktober 1806 rückt Napoleon in Berlin ein. […] Für das Theater wird die Zeit der französischen Besatzung zu einer harten Bewährungsprobe. […] Ohne die spärlichen königlichen Zuwendungen gerät die finanzielle Situation jedoch bald zum Desaster. Das Comité administratif erlaubt lediglich Darlehen, für die Berliner Kaufleute und Banken aufzukommen haben. Die Kosten belasten das Theater über zehn Jahre lang.
Die ungeklärte politische Situation hat ein Machtvakuum zur Folge, das es Politikern um den Fürsten Hardenberg ermöglicht, für Preußen dringend erforderliche Verwaltungsreformen in Angriff zu nehmen. Auch ein Ministerium für öffentlichen Unterricht und Kultur wird geschaffen, ihm sollen die Theater unterstellt werden. Iffland ist entschieden dagegen. 1810 wird das Theater wieder zu einer ›Anstalt zur Bequemlichkeit und zum Vergnügen‹, nach der Verfassungsänderung untersteht es der Aufsicht der Polizei. Ifflands letzter großer Akt in Berlin: 1811 übernimmt er die Direktion der Königliche Schauspiele, in der Oper und Nationaltheater vereint sind.« http://www.tagesspiegel.de/kultur/erinnerung-an-iffland-eine-buehne-fuer-alle/10733512.html

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