Arthur und Antigone

** Von Arno Pielenz, Cottbus **
Einen noblen und sympathischen Vergleich zieht Karl Heinemann in seinem Büchlein Die klassische Dichtung der Griechen (Leipzig: Kröner 1912, S. 122), indem er über Antigone schreibt:
»Nun tritt diese zum letzten Mal auf dem Wege zum Tode; sie nimmt Abschied vom Leben. Es ist schön und wahr, daß sie trotz ihrer Sehnsucht, aus dem Leben zu scheiden, vor dem nahenden Tode erschauert, und daß ihr Schmerz sich in rührende Klagen ergießt. Alle Menschen lieben das Leben, und auch dem, der sie wegwerfen will, erscheinen die Güter des Lebens köstlich, wenn er sie aufgeben muß. Der tapfere Feldherr Prinz von Homburg, der dem Tode in vielen Schlachten ins Auge gesehen hat, erschaudert doch vor dem Grabe, in das am folgenden Tage seine Leiche gebettet werden soll.«
Für uns heute selbstverständlich, 1912 wünschte der Landesherr noch die Streichung der Todesfurchtszene.
Vielleicht ist ja doch etwas an der »humanistischen Bildung«?

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