Aufdringliche Parallele

Heute ist »Welttag des Stotterns«. Im Zusammenhang mit Kafkas Brief an den Vater schreibt Max Brod: »Der Brief sagt: ›Ich bekam vor Dir – Du bist, sobald es um Deine Dinge geht, ein ausgezeichneter Redner – eine stockende, stotternde Art des Sprechens, auch das war Dir noch zu viel, schließlich schwieg ich, zuerst vielleicht aus Trotz, dann weil ich vor Dir weder denken noch reden konnte. Und weil Du mein eigentlicher Erzieher warst, wirkte das überall in meinem Leben nach.‹ – Hier drängt sich eine merkwürdige Parallele auf […]: auch Kleist soll mit dem Fehler des Stotterns behaftet gewesen sein. Kafkas Bemerkung, er habe gestottert, kann sich übrigens nur auf den Umgang mit dem Vater beziehen, im sonstigen Verkehr sprach er, sofern er sich nur überhaupt dazu hergab und sein Schweigen brach, durchaus frei, leicht, elegant und mit gewinnendem, überströmendem Einfallsreichtum, der sehr oft scherzhafter Art und immer verblüffend natürlich, alles andere als ›stockend‹ war.« (Max Brod: Über Franz Kafka. Frankfurt a.M. 1974, S. 29)

Auch Kulturzeit weiß: »Der Dichter Heinrich von Kleist litt unter starkem Stottern. Er beobachtete seine Störung genau und stellte fest, dass übertriebene Sorge um das, was er sagen will, seinen Redefluss zusätzlich hemmte.« http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/157835/index.html

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