Back to the roots

In Bern, wo ein französischer Kupferstich, der in Heinrich Zschokkes Wohnung hing, Kleist angeblich zu seinem Lustspiel Der zerbrochne Krug inspiriert hat, ist das Stück unter der Regie von Mathias Schönsee am Stadttheater auf dem Spielplan. Hier ein Videoclip (3:52 min): http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=mE7NzaQO8Qs

Kritikerstimmen:
Neue Zürcher Zeitung (Beatrice Eichmann-Leutenegger): »Die schuldhafte Verstrickung des Menschen […] prägt auch die Profile einzelner Figuren und führt von der Eindeutigkeit weg. Am deutlichsten erscheinen die schillernden Züge in der Figurenzeichnung des Gerichtsrats Walter und der jungen Eve. […] Und Adam selbst? Der grossgewachsene Jürg Wisbach mimt nicht den vertrottelten Richter aus der niederländischen Provinz, sondern einen Satyr […]. Immer mehr jedoch nimmt Adam mephistophelische Züge an, und Frau Brigitte gebärdet sich denn auch als Wahnsinnige, die vom Teufel besessen ist. An diesem Punkt strapaziert allerdings Mathias Schönsee seine Deutung. Hier gälte: Less is more!«
Berner Zeitung (Michael Feller): »Die Inszenierung von Mathias Schönsee pendelt zwischen dem Offensichtlichen und den Zwischentönen, die für Spannung sorgen: die Sünden – und wie sich die Fehlbaren die Haut retten wollen.«
Der Bund (Gisela Feuz): »Soll Theater durch Illusionserzeugung den Zuschauer für kurze Zeit seinen Alltag vergessen lassen? Sollen auf der Bühne aktuelle Missstände angeprangert oder die Widersprüchlichkeit der menschlichen Natur verhandelt werden? Oder darf es einfach auch mal nur lustig sein? Die Inszenierung von Heinrich von Kleists 200-jährigem Lustspiel ›Der zerbrochene Krug‹ am Stadttheater Bern unter der Regie von Mathias Schönsee erweckt den Eindruck, dass bei der Erarbeitung einige dieser Haltungen als Theoreme dienten, wenn auch keine vollständig eingelöst wird.«

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