Bewerbungsgespräch

»Uwe Wittstock lernte Marcel Reich-Ranicki im Herbst 1979 kennen. Der Literaturchef der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹ (FAZ) hatte den 24-jährigen Studenten Wittstock zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Es ging um eine neu zu besetzende Stelle in der Literaturredaktion.
Wittstock, der bereits einige Rezensionen in der FAZ veröffentlicht hatte, wurde vom Literaturpapst examiniert und verstieg sich – ein bisschen nervös, ein bisschen unsicher – zu der gewagten Behauptung, er habe alles von Kleist gelesen. ›Dann erzählen Sie mal etwas über das Käthchen von Heilbronn‹, ermunterte ihn Reich-Ranicki.
Touché. Wittstock versuchte sich herauszureden: vorübergehende Gedächtnislücke, Blackout. ›Mein Lieber‹, sagte der FAZ-Redakteur, ›Sie haben das Käthchen nie gelesen. Als junger Mann wie Sie vergisst man dieses Stück nicht, man vergisst nicht, was Käthchen für den Mann tut, den sie liebt. Besser, Sie bleiben bei der Wahrheit.‹« http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/kultur/Popstar-der-Kritik-article1638621.html

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