Botschaft

»Mir persönlich wäre es am liebsten, wenn alle großen Künstler in ihrem Alltagsleben so anonym geblieben wären wie Shakespeare. Je weniger man von ihnen weiß, um so besser. Das gilt gerade bei Musikern. […] Die ›Diabelli-Variationen‹ gehören zu den unpathetischsten Werken, die je komponiert wurden. Da können Sie beim besten Willen keine Botschaft herauslesen, es sei denn die Kleistsche: Wenn die Erkenntnis gleichsam durch ein Unendliches gegangen ist, findet sich auch die Grazie wieder ein. Natürlich, wenn man ein veraltetes, auf das persönlich Heroische bezogenes Beethoven-Bild pflegt, dann kommt man leicht zu einer falschen Auffassung des Stücks.« (Alfred Brendel: Ausgerechnet ich. Gespräche mit Martin Meyer [München, Wien: Hanser, 2001], S. 133)

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