Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf

Wollen wir hoffen, daß das gesprochene Wort galt und dieses hier Manfred Stolpe nicht gesprochen hat:
»Doch in diesen 30 brandenburgischen Fronjahren bewegte er sich in seinem Brandenburg-Bild von Heinrich von Kleist zu Theodor Fontane. Kleist, der unser Brandenburg einen langweiligen Landstrich nannte, bei dessen Erschaffung der liebe Gott offenbar eingeschlafen war. Und Fontane, der auf reizvolle Motive in Brandenburgs Dörfern, Seen, und Landschaften hinwies.« http://manfred-stolpe.de/laudatio-von-ministerprasident-a-d-dr-manfred-stolpe-bei-der-eroffnung-der/

Offenbar, scheinbar oder anscheinend – was denn nun? – hat der Ministerpräsident a. D. damit eine Frage aufgeworfen, die geradewegs ins Ressort der theologischen Schwerstindustrie fällt, nämlich: schläft Gott, und wenn ja, wann? Kleist hingegen hielt den Ball diesbezüglich eher flach; am 1. Februar 1802 aus Thun an Zschokke: »[…] die Natur ist hier, wie Sie wissen, mit Geist gearbeitet, und das ist ein erfreuliches Schauspiel für einen armen Kauz aus Brandenburg, wo, wie Sie auch wissen, der Künstler bei der Arbeit eingeschlummert zu sein scheint.« – Wegdämmernde Künstler: ein uralter Hut, vid. Horatii quandoque bonus dormitat Homerus.

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