Denker der Grenze

Unter dem Titel ›Leben auf der Grenze‹ fand die diesjährige Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Frankfurt (Oder) und Słubice statt. Akademiepräsident Heinrich Detering über die Ortswahl im Deutschlandfunk:
»Wir sind ja nach Frankfurt und Słubice gegangen, um in der Kontinuität der Akademiearbeit der letzten Jahre unsere Öffnung zu den Nachbarn im Osten weiter zu intensivieren […]. Dass Kleist dabei eine Rolle spielen würde, lag zunächst einfach am Zufall seiner Geburt in Frankfurt an der Oder. Beim zweiten Nachdenken kamen wir auf die Idee, dass unter den großen deutschen Dichtern eigentlich keiner so sehr ein Denker der Grenze gewesen ist wie Kleist, und zwar im doppelten Sinne. Einerseits hat niemand Oppositionsverhältnisse von Schwarz oder Weiß, Mann oder Frau, Preuße oder Franzose und so weiter so auf die Spitze getrieben wie er, und andererseits hat kein Dichter dann die von ihm selbst erzeugten Binaritäten wieder so unterlaufen wie er und sich immerfort mit Figuren des Dritten, der Vermittlung, der Auflösung von Grenzen beschäftigt.« http://tinyurl.com/pgshenn

Zur Herkunft des Wortes ›Grenze‹: »das Substantiv wurde im 13. Jh. aus den slawischen Sprachen entlehnt (russ. granica, poln. granica ›Grenzstein, Grenzmarkierung‹) und ist durch Luther in den hochsprachlichen Gebrauch gelangt«. http://www.wissen.de/wortherkunft/grenze

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.