Deprimierend

Auf dem Umweg über The Moscow Times erfährt man von einem italienischen Spielfilm vorgeblich nach Kleists Marquise, der 2008 im Wettbewerb um den Goldenen Löwen lief – und bei Kritikern und Publikum glatt durchfiel:
»The festival will be opened with a screening of a film from director Pappi Corsicato […]. Corsicato may be best known for his 2008 film ›The Seed of Discord‹ (Il seme della discordia), a modernization of a novel by Heinrich von Kleist that details the quandary of a faithful Italian woman who discovers that she is pregnant the same day that her husband announces he is sterile.« http://www.themoscowtimes.com/arts_n_ideas/article/35mm-hosts-italian-film-festival/484240.html
Inhaltsangabe und Kurzkritik: http://www.imdb.com/title/tt1275799/reviews
Über die Filmpremiere in Venedig schrieb Christina Nord in der TAZ: »›Il seme della discordia‹ hat so altbackene, sexistische Vorstellungen von Frauen, von Männern und von Sexualität, dass man meinen wollte, Silvio Berlusconi und seine Familienministerin Mara Carfagna hätten das Drehbuch gemeinsam verfasst. Besonders grob ist, dass Corsicato seine Arsch-und-Titten-Komödie mit Kleists ›Marquise von O.‹ in Verbindung bringt – im Film wie in der Novelle wird die weibliche Hauptfigur während einer Ohnmacht vergewaltigt und geschwängert. Bei Corsicato hat sie bald darauf einen erotischen Traum, wälzt sich in ihrem Bett, stöhnt und weiße Lilien regnen sanft auf sie herab. Nach dieser Szene war ich so deprimiert, dass ich die Sala Palalido verlassen musste.« http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&dig=2008%2F09%2F06%2Fa0189&cHash=85d0776675

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