Der Märker auf Marken

Das mehr oder weniger glücklich vorübergegangene Kleist-Gedenkjahr war in philatelistischer Hinsicht absolut deplorabel. Die bisher letzte Kleist-Briefmarke (nach Friedel) hatte die Deutsche Bundespost 2002 drucken lassen, anläßlich des 225. Geburtstags. Runderen Anlässen verdanken sich drei weitere Miniaturporträts mit rückseitiger Gummierung. 1953 erinnerte die DDR mit Kleist an die Verleihung des Stadtrechts an Frankfurt (Oder) vor 700 Jahren und 1977 an den 200. Geburtstag des Dichters; die einzige Briefmarke zu einem Todestag und überdies die einzige aus einem nichtdeutschsprachigen Land kam 1961 in Rumänien heraus. Daß man ab 1961 Postsendungen in der Bundesrepublik mit einem 80-Pfennig-Kleist frankieren konnte, hat demgegenüber keinen bio- bzw. thanatographischen Bezug; es war lediglich ein Wert in der bis Dezember 1970 gültigen Dauermarkenserie ›Bedeutende Deutsche‹.
Abbildungen der fünf klebbaren Kleiste präsentiert eine vorzügliche spanischsprachige Website des Bloggers ›The Traveller‹.
Von höchsteigenem Charme übrigens die sublimen Einsichten, die uns das Googlesche Übersetzungstool gewährt:
»Un verso de ›El príncipe de Homburg‹, precisamente, ›Ahora, oh inmortalidad!, ¡eres toda mía!‹, es el epitafio grabado sobre su tumba.«
»Eine Zeile aus ›Der Prinz von Homburg‹, genau: ›Nun, o Unsterblichkeit!, du bist ganz auf meiner Seite‹ ist die Inschrift auf seinem Grab
http://filateliacultura.blogspot.de

Die Konkurrenzentwürfe oder zweiten Sieger im Wettbewerb um die Sondermarke zu Kleists 225. Geburtstag zeigt Andreas Bartl.
http://www.briefmarken-archiv.de/brd/01/2002/a021002.htm

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