Diabolische Hundekomödie (1)

** Von Martin Maurach, Lüneburg **
Amazonen seien eine Obsession von Jules Barbey d’Aurevilly (1808-1889) gewesen, schreibt Jean-Luc Planchais in seiner Dissertation an der Sorbonne Nouvelle. Etwa auch die Penthesilea?
Barbey d’Aurevilly kannte deutsche Literatur der Kleistzeit. In der Erzählung La Vengeance d’une Femme aus den Diaboliques zitiert er z.B. die einmalige Beiträgerin zum Phöbus, Germaine de Staël, und identifiziert diese in seinem Buch Über das Dandytum und über George Brummell mit ihrer Romanheldin Corinne. Wie letztere sei sie an »l’âme froide et la plaisanterie éternelle du Dandy«, nämlich Brummell, gescheitert, dem sie gefallen wollte. Als Gegenbild zu ihr gäbe es aber auch »[L]ady Stanhope, l’amazone arabe qui sortit au galop de la civilisation européenne et des routines anglaises […] pour ranimer ses sensations dans le péril«. Diese habe Brummell im Gedächtnis behalten: »[…] dans l’indépendance du désert, [elle] ne se rappelait, après bien des années d’absence, de tous les civilisés laissés derrière elle, que le plus civilisé peut-être, – le Dandy Georges Brummell.«
Im Exemplar der Corinne ou l’Italie par Mme de Staël Holstein. Troisième Édition […] Tome premier. Paris, de l’imprimerie des frères Mame […] 1807 in der Berliner Staatsbibliothek (1W133) kann man übrigens folgenden Besitzvermerk lesen: »Fide [?] Westphalen-Heidelbeck née de Kleist«.
Warum aber erzähle ich das alles? Bleiben Sie an Stimmings Theke, die Fortsetzung wird es verraten.
(Quellen: Jean-Luc Planchais: Androgynie et Dandysme au XIXe siècle. Le cas Barbey d’Aurevilly avant Les Diaboliques. Thèse de doctorat an der Université de la Sorbonne Nouvelle [Paris III] 1993, S. 51. – Jules Barbey d’Aurevilly: La Vengeance d’une Femme, in: Les Diaboliques. Les six premières. In: Œuvres. Paris: Alphonse Lemerre o.J., S. 405-468, hier S. 462. – Ders.: Du Dandysme et de G. Brummell. Memoranda. Ebd., S. 68. [Deutsch: Berlin 2006, S. 65f.])

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