Die Blutrünstigen hinterm Schreibtisch

Am 25. Oktober 1914, einem Sonntag, hat Erich Mühsam in sein Tagebuch eingetragen:
»Schändlich gradezu ist es, wie jetzt jeder dreckige Preßbandit mit Kleists ewig zitiertem Wort: ›Schlagt sie tot. Das Weltgericht fragt euch nach den Gründen nicht!‹ Geschäfte machen geht. Vorgestern haben es sich die Münchner Neuesten Nachrichten geleistet, unter Berufung auf das Zitat, das natürlich nichts als eine Ermunterung in der Schlacht ist, die Hinrichtung der gefangenen Franzosen, Engländer und Russen zu propagieren. – Die Blutrünstigen hinterm Schreibtisch – das ist wohl die widerwärtigste durch den Krieg sichtbar gewordene Kulturerscheinung!« http://www.muehsam-tagebuch.de/tb/diaries.php (Online-Edition der Tagebücher Erich Mühsams, herausgegeben von Chris Hirte und Conrad Piens; die gedruckte Ausgabe erscheint im ›Verbrecher Verlag‹, Berlin)

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