Doch der Segen kommt von oben

Jährlich werden mehr als 180 Literaturpreise in Deutschland vergeben, das Handbuch der Kulturpreise 1995-2000 verzeichnet darüber hinaus rund 300 verschiedene Fördermaßnahmen, davon 80 Stipendienprogramme für Schriftsteller. Zwei dieser Preise haben bekanntlich Kleist gegenwärtig als Namenspatron. Weniger oder gar nicht bekannt dürfte sein, daß es in der Vergangenheit noch weitere Kleist-Preise gab; Günther Emig hat sie nun der Vergessenheit entrissen, hier: http://www.heinrichvonkleist.org/index.php/die-kleist-preise
Zur Literaturförderung in Deutschland: http://www.satt.org/literatur/09_06_brot.html

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4 Kommentare zu Doch der Segen kommt von oben

  1. Martin Maurach sagt:

    1944 setzten sich Minde-Pouet und der damalige OB von Podbielski noch für einen neu zu stiftenden Kleist-Preis der Stadt Frankfurt (Oder) ein. Ein vom 20. Juli 1944 datiertes Schreiben aus dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda riet davon u.a. mit der Begründung ab, dass es „seit mehreren Jahren […] kaum noch möglich [sei], würdige Preisträger zu finden“. Gemeint sein dürfte: seit dem Krieg…

  2. … oder seit 1933, nachdem die linke und jüdische Intelligenz ins Ausland getrieben worden war.

    • Martin Maurach sagt:

      Beim zweiten Nachdenken: Natürlich ja. Es sei denn, dass man einigen ‚Dagebliebenen‘ wie z.B. Gerhart Hauptmann nicht a priori die ‚Preiswürdigkeit‘ absprechen möchte.

      • Martin Maurach sagt:

        … und man könnte natürlich nachfragen: Aus wessen Sicht ‚preiswürdig‘ – aus der von uns Nachgeborenen oder der – mutmaßlichen – von NS-Ideologen? Vorsichtige Vermutung: Selbst dem Verfasser der zitierten Briefstelle könnte klargeworden sein, dass hundertfünfzigprozentige Nur-Ideologen sich für einen Literaturpreis nicht eignen. Ähnliche Erfahrungen hatte man ja schon mit der ästhetischen Qualität von offiziell in Auftrag gegebenen ‚Thingspielen‘ gemacht.

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