Dramatische Null

Aus dem Journal für Literatur, Kunst, Luxus und Mode, Dezember 1824, Nr. 127, S. 1016, Rubrik Miscellen:
»(Der Prinz von Homburg.) Streng dramaturgisch genommen, läßt sich die schmähliche Todesfurcht desselben auf keine Weise rechtfertigen. Das Reinmenschliche entscheidet nichts; nicht Alles, was reinmenschlich ist, gehört auf’s Theater. Ob das Menschliche sich auch dramatisch gestaltet, das ist die Hauptfrage. Ein sogenannter Held aber, der, wie der Prinz von Homburg, knechtisch um’s Leben, um das pure blanke Leben bettelt, nicht etwa aus dem überströmenden Triebe nach Thätigkeit, sondern um wie ein Kohlhase auf seinen Gütern zu vergetiren; der ist eine dramatische Null, unwiederbringlich verloren für den reinen Kunstgenuß. (Mk.)«

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