Düsterste Romantik

Der seit 2005 ausgelobte Literaturpreis Eisenhüttenstadt – bisherige Preisträger: Wladimir Kaminer, Walter Kempowski, Kerstin Hensel, Clemens Meyer und Jenny Erpenbeck – wurde 2011 erstmals in einem Einladungswettbewerb vergeben. Thema war, wen wundert’s, Kleist. Der Preis in der Sparte Prosa ging an Thomas von Steinaecker, in der Sparte Lyrik an Kathrin Schmidt – beide Texte hier: http://www.belletristik-berlin.de/fileadmin/templates/images/Quarthefte/Q36/Q36_Kleistfabrik_Leseprobe.pdf

Die 13 Beiträge des Wettbewerbs versammelt der nun erschienene Band Kleistfabrik. Literatur der Gegenwart im Dialog mit Heinrich von Kleist (Berlin: Verlagshaus J. Frank, 2012). Rezensent Jan Kuhlbrodt war bei der Lektüre »ein wenig schockiert und fühlte [s]ich zuweilen in düsterste Romantik versetzt. […] Aufgabe der Eingeladenen war es, sich in weitestem Sinne auf Kleists Werk zu beziehen. Soweit so gut! Aber was fällt den meisten männlichen Eingeladenen ein? Da war doch die Sache mit dem Wannsee und der gemeinschaftliche Selbstmord mit Henriette Vogel. Ratsch!« – Gleichwohl: »Natürlich will ich nicht verschweigen, dass der Band auch Texte enthält, die mich begeistert haben. Es wäre auch zu tragisch, wenn ein Autor wie Kleist die Menschen nur an den Selbstmord erinnert. Die Texte, die anregend sind und Spaß bereiten, sind die, die sich an den Rändern der Sprachkunst abarbeiten. Aber eben nicht zum therapeutischen Spracheinsatz oder zum Wahnsinn, sondern den anderen Künsten oder Wissensgebieten hingewandt.« http://www.fixpoetry.com/feuilleton/rezensionen/1627.html

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