Ei & Eimer

Aus einem Leserbrief von Prof. Dr. Eckard Lefèvre, Freiburg, in der FAZ vom 11. Mai 2013 (Nr. 108, S. 8):
»Gerhard Stadelmaier erinnert in der Würdigung des sechzigsten Geburtstags des Schauspielers Robert Hunger-Bühler […] an den Blecheimer in der Inszenierung des ›Prinzen von Homburg‹ Anfang der neunziger Jahre in Freiburg. Ja, ›es war eine unsägliche Inszenierung‹, wie er schreibt. In der von mir besuchten Aufführung schlug Hunger-Bühler ein hartgekochtes Ei auf den Rand des Blecheimers, pellte es ab und sprach dabei den berühmten Monolog ›Das Leben nennt der Derwisch eine Reise …‹ In diesem Moment ertönte die Stimme eines empörten älteren Besuchers vom Rang: ›Wo bleibt hier Kleist?‹ Da er mir aus dem Herzen sprach, rief ich ebenso laut: ›Im Eimer!‹ Darauf gab es tosenden Applaus. Das ist über zwanzig Jahre her. Heute würde ich Buhrufe ernten. Tempora mutantur.«

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