Ein etwas unruhiger Kopf

Der preußischen Obrigkeit war er offenbar suspekt, der Freiherr Gotthilf August von Maltitz, Autor der ersten Kohlhaas-Dramatisierung (Hans Kohlhas, historisch-vaterländisches Trauerspiel in fünf Akten. Berlin: Enslin, 1828), die »seiner Zeit auf der Hofschaubühne zu Berlin mit allgemeinem Beifall sehr oft aufgeführt wurde.« (Heinrich Berghaus [Bearb.]: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts; oder geographisch-historisch-statistische Beschreibung der Provinz Brandenburg […]. Bd. 1. Brandenburg: Müller, 1854. S. 488). Anm. 32: »Der Dichter dieses Drama war ein Jägersmann und Forst-Candidat von vierzig Jahren, der in den Straßen Berlins durch sein Costüm auffiel, indem er sich zuweilen in ein knappes, grünes Jägerkollet, gelblederne Beinkleider und Kanonenstiefel mit Pfundsporen kleidete, worin sich der kleine, etwas behöckerte Mann mit kurzem Leib und langen Beinen gar drollig ausnahm. Es war ein geistreicher, dabei aber etwas unruhiger Kopf und begabt mit glänzendem Rednertalent, das er gern öffentlich übte. Zum Schauplatz dieser Übungen hatte er die Steheli’sche Conditorei am Gensd’armen Markt gewählt. Da er nach der Pariser Juli-Revolution 1830 ganz besonders laut geworden war, mußte er von Polizeiwegen – ersucht werden, seine Redeübungen zu beschränken und endlich gar Berlin zu verlassen, wo er nicht zu Hause gehörte.«

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