Ein letzter Händedruck

Ursula Krechel über Friedrich Overbecks Bildnis des Malers Johann Carl Eggers:
»So könnte Heinrich von Kleist ausgesehen haben, wäre er glücklicher in der Welt gewesen, so ist er aus der Welt gegangen und hat den Hass auf Napoleon gegen sich selbst gerichtet. An Marie von Kleist schreibt er am 10. November 1811: ›… meine Seele ist so wund, daß mir, ich mögte fast sagen, wen ich die Nase aus dem Fenster stecke, das Tageslicht wehe thut, das mir darauf schimert.‹ Und zwei Tage später: ›Auf einen Augenblick war es mein Wille mich mahlen zu lassen; aber alsdan glaubte ich wieder zuviel Unrecht gegen Dich zu haben, als daß nur erlaubt sein könte voraus zu sezen, mein Bild würde Dir viel Freude machen.‹ Das Porträt als Gabe: als ein letzter Händedruck zum Abschied aus der Welt.« http://www.welt.de/print/die_welt/literatur/article117779985/Im-Spiegel-der-Freundschaft.html

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