Eine (un)bekannte Kleist-Lebensspur

** Von Reinhard Pabst, Bad Camberg **
Am 4. Februar 1997 schrieb ich im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Kleist im Winter 1802/03: »Zur Rekonstruktion seines Besuchs in Weimar ist man auf mehr oder minder zuverlässige Erinnerungen von Zeitgenossen angewiesen, die zum Teil Jahrzehnte später aufgezeichnet wurden. Das einzige nichtbriefliche Dokument von Kleists Hand aus dieser Zeit ist sein Eintrag als Besucher der herzoglichen Bibliothek (»Heinrich von Kleist, aus Frankfurt a/Oder«) – und er wurde von der Forschung bislang nicht beachtet« (mein Artikel ist seit über 17 Jahren nachzulesen auf der Website des Heilbronner ›Kleist-Archivs Sembdner‹: http://tinyurl.com/n5kx4tp; mir stand damals eine Schwarzweiß-Abbildung des Eintrags zur Verfügung).

Den Hinweis auf diese unbekannte Lebensspur hat die Kleist-Forschung bis zum heutigen Tag nicht aufgegriffen. Soeben macht mich Björn von Einem (Berlin) jedoch freundlicherweise darauf aufmerksam, daß die ›Herzogin Anna Amalia Bibliothek‹ in Weimar das digitalisierte Verzeichniss der Fremden die hiesige fürstl. Bibliothek besuchet haben vom Jahr 1799 an bis 1817 ins Netz gestellt hat: http://tinyurl.com/q67yofr

Es kann sich also nun jeder selbst ein (farbiges) Bild von Kleists Eintrag im Fremdenbuch machen, der dort unter dem Datum des 20. Dezember 1802 leicht zu finden ist (Image 53/259). Ein weiteres eigenhändiges Dokument des Lesers (und Bibliotheksbenutzers) Kleist hat Peter Staengle kürzlich entdeckt. Er wird es in der kommenden Ausgabe der Heilbronner Kleist-Blätter (Band 26) publizieren.

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