Epitaph für Rühle

Im Arkadengang des Friedhofs zum Heiligen Sebastian in Salzburg findet sich auf einem Pfeiler vor Gruft 36 ein Grabepitaph (Abb.) mit folgender Inschrift:
Rühle v. Lielienstern
kön. pr. General=Lieutenant
d. General Inspekteur des
militär Bildungs=Wesens
der preuß. Armee.
Geb. zu Berlin d. 16. April 1780
gest. zu Salzburg d. 1. Juli 1847,
von seiner Freundin
F. v. Schwanenfeld Nobelnik.

Günther Rühle, der den Text im Kleist-Jahrbuch 1987 (S. 76) mitgeteilt hat, schreibt hierzu: »Was immer sich an Geschichte zweier Menschen hinter der anrührenden Widmung verbergen mag – eine schöne, beseelte, öffentlich gemachte private Huldigung hat sich hier erhalten […].«
Hat der Steinmetz I. Doppler – am rechten unteren Tafelrand eingemeißelt – in der letzten Zeile einen Übermittlungsfehler verewigt? Nicht nachzuweisen ist Schwanenfeld-Nobelnik, wohl aber Schwanenfeld-Kobelnik. Vermutlich handelt es sich bei den Stiftern demnach um Johann Friedrich (Fritz) v. Schwanenfeld (1783-1855), Herr auf Gut Kobelnik (Provinz Posen), und dessen Ehefrau Emma, geb. v. Wilamowitz (1800-1876), die Tante des berühmten Altphilologen Ulrich v. Wilamowitz-Moellendorff – mglw. beruht auch das F. statt eines E. auf einem Fehler.
(Für freundliche Auskünfte Dank an Dr. Thomas Mitterecker, den Leiter des Archivs der Erzdiözese Salzburg; zu Gruft 36, Pfeiler B, siehe Conrad Dorn: Der Friedhof zum Heiligen Sebastian in Salzburg [Salzburg 1969], S. 54)

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