Existentiell positive Dimension

Hans Ulrich Gumbrecht auf seinem Blog Digital/Pausen über Stress und Intensität:
»In der deutschen Literatur hat wohl kein Autor Intensität als eine positive Wirkung von existentieller Steigerung so gesteigert wie Heinrich von Kleist. Von seinen ersten überlieferten Briefen an, die er als Jugendlicher schrieb, schlägt Intensität als eine existentiell positive Dimension immer wieder durch – zum Beispiel in den Beschreibungen vom Überfall einer Postkutsche im deutschen Mittelgebirge oder von den verwahrlosten Geistesgestörten in einem Würzburger Krankenhaus. Später wird diese Simultanität von negativem Schicksal und Intensität, welche sich nie in einem Widerspruch verfängt, spürbar an einigen von Kleists großen Protagonisten: bei Penthesilea etwa, die an ihrer Liebe zu Achill zugrunde geht und doch entschlossen ist, sich der existentiellen Intensität des Liebens und Sterbens ganz zu öffnen; und vor allem bei Michael Kohlhaas, der dem Moment seiner Hinrichtung als Moment des endgültigen Scheiterns mit positiver Intensität entgegenlebt.« http://blogs.faz.net/digital/2013/05/03/kann-stress-zu-intensitat-werden-247/

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