Feindbilder

Manfred Schneider in Deutschlandradio Kultur:
»Es gibt keine Feinde, ohne dass ihnen neben Speeren und Kugeln auch üble Worte um die Ohren fliegen. Der Feind im Krieg, im Nationenkrieg, im Bürgerkrieg, im Religionskrieg und im Guerillakrieg ist durch Worte verunstaltet. Ritter und Soldaten richten nur auf moralisch und ästhetisch entstellte Feinde ihre Schwerter oder Kanonen. Der deutsche Dichter Heinrich von Kleist suchte 1809 den Hass der Deutschen auf die Franzosen zu schüren, indem er Napoleon so vorstellte: ›Als einen verabscheuungswürdigen Menschen; für den Anfang alles Bösen und das Ende alles Guten. (…) Als einen, der Hölle entstiegenen, Vatermördergeist (…).‹ Der Feind hat kein Gesicht, sondern ist aus Worten gemacht.« http://www.deutschlandradiokultur.de/kleines-woerterbuch-des-krieges-feind.1270.de.html?dram:article_id=297499

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