FIFA

Christoph Bopp in der Aargauer Zeitung über den schottischen Investigativjournalisten Andrew Jennings, der Joseph Blatter auf den Fersen ist:
»Grosse Dramatiker wissen das schon längst. Tragödien haben immer Nebenfiguren. Skurrile Clowns, die das Streben und Leiden der Heldinnen und Helden auf niedererem Niveau nachvollziehen.
Manchmal bedienen sie sich der erhabenen Worte, die den Hamlets und Co. zustünden und machen sich lächerlich.
Manchmal lösen sie die Konflikte, die oben mit gedrechselten Argumenten ausgebreitet werden, einfach handfest. Sosias in Kleists ›Amphitryon‹ wird von Merkur einfach verprügelt, wenn er aufbegehren will. Papageno in Mozarts ›Zauberflöte‹ ergötzt das Publikum durch seinen durchtriebenen Schalk und sein Stammeln.
Im realen (Fifa-)Leben ist das ganz ähnlich. Allerdings gibt es hier keine Ebenen, sondern es findet alles auf einer Bühne statt. […].
Im Moment wird eher die Tragödie gegeben. Es ist ernst. Die Dinge, um die es ging, sind allerdings die gleichen wie damals, als man sich eher in einer Komödie wähnte. ›Nein, du wirst jetzt nicht aufstehen!‹ Das sagte Blatter an einer Fifa-Medienkonferenz in den Saal hinein. Ältere Kollegen wussten schon, worum es ging und grinsten. Gemeint war Andrew Jennings, ein unerschrockener Journalist, der schon härtere Brocken bearbeitet hat in Sachen Korruption in seiner Karriere, aber kaum einen, der so zäh ist wie sein Erzfeind ›Sepp‹ Blatter.« http://www.aargauerzeitung.ch/ausland/der-praesident-und-sein-verfolger-jennings-will-blatter-stuerzen-129189932

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