Frikadellen à la Berlinoise

Nicht beim Elfmeterschießen, wohl aber in kulinarischer Hinsicht holt England allmählich auf – sofern man Jamie Oliver außer acht läßt –, was nicht zuletzt mit der Flut von Gastro-Kolumnen zusammenhängen mag, mit denen UK-Blätter ihre Leser auf den lukullisch neuesten Stand zu bringen versuchen. Für den New Statesman ist der Schriftsteller Will Self, vormals Frontman der Punkband ›The Abusers‹, als Vorschmecker unterwegs. Die ortsspezifischen Sättigungsmittel freilich, die diesem bei einem Berlin-Besuch vorwiegend auf Papp- bzw. Plastetellern offeriert wurden, nahmen sich selbst für britische Geschmacksverhältnisse nur bedingt appetitanregend aus, zumal ihrer Anmutung mnemotechnische Kräfte innezuwohnen schienen, die es vermochten, vor dem inneren Auge des Kolumnisten einen buchstäblich naheliegenden Kollegen sowie einen in Mexiko angesiedelten Spielfilmklassiker heraufzubeschwören: »As for the Frikadellen Menu at €4.99, I had no frame of culinary reference available for this glistening blob of meaty stuff. It could have been a scale model of the soused brain of Heinrich von Kleist, for all I knew.« http://www.newstatesman.com/lifestyle/lifestyle/2012/05/bring-me-brain-heinrich-von-kleist

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