Ganz unaufgeregt

Roland Müller über das Theater-Comeback von Fritzi Haberlandt als Marquise von O…. in einer Inszenierung von Armin Petras am Staatstheater Stuttgart (Premiere am 10. Mai):
»›Welche Opfer müssen erbracht werden, um als Ausgestoßene wieder in dieses Zwangssystem aufgenommen zu werden?‹ fragt Haberlandt, die freilich weiß, dass gerade bei Kleist jenseits des Inhalts auch die Form von eminenter Bedeutung ist: ›Wir bleiben eng an Kleists Sprache. Sie ist so komplex, dass ich mich in jeder freien Minute mit dem Text beschäftige‹ – und das ist eine Büffelei, deren Härte sie als Filmschauspielerin nicht mehr gewohnt ist.
Vor der Kamera arbeitet man anders, kleinteiliger, mit Satzhappen von Einstellung zu Einstellung. Auf der Bühne aber muss der Text sitzen, um arbeiten zu können – und just darin sieht die in Brandenburg glücklich auf dem Land lebende Bühnenheimkehrerin nun die neue, altbekannte Herausforderung: ›Ich muss zu Kleist eine Haltung entwickeln. Wenn ich ihn spreche, sollte er heutig klingen, ganz selbstverständlich, ganz unaufgeregt. Sonst ist die Gefahr groß, seine Prosa steif wie ein Gedicht aufzusagen.‹« http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fritzi-haberlandt-im-portraet-raetselwesen-mit-schraeger-poesie.e2217d27-e91e-43fb-b31c-7fc7a04599ac.html

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