Ganze innere Forderung

Aus einem Essay von Gert Kalow (FAZ, 10. August 1968) zu Peter Huchels Gedicht Wintersee, gefunden auf der schönen Website Planetlyrik:
»Mit einfachsten Mitteln, ohne den mindesten Umweg, dennoch ohne den Verlust irgendeiner Nuance, ist es Peter Huchel gelungen, seine Vision in Sprache umzugießen. Zur Beschreibung dessen, was er getan hat, fällt mir wieder Kleist ein, ein Satz aus dessen ›Brief eines Dichters an einen anderen‹:
Wenn ich beim Dichten in meinen Busen fassen, meinen Gedanken ergreifen und mit Händen, ohne weitere Zutat, in den Deinigen legen könnte; so wäre, die Wahrheit zu gestehen, die ganze innere Forderung meiner Seele erfüllt.
Kleist selber ist die Erfüllung der ›inneren Forderung seiner Seele‹ in seiner (zu Recht vergessenen) Lyrik niemals, aber vollendet in seiner Prosa gelungen; Huchel ist sie ›nur‹ in der Lyrik gelungen: in einigen, in den unvergeßbaren seiner Gedichte.« http://www.planetlyrik.de/gert-kalow-zu-peter-huchels-gedicht-wintersee/2015/04/

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