Gegen Ruinenbaumeister

** Von Martin Maurach, Opava **
»In den Ruinen von Palmyra« will ein Reisender, so die Berliner Abendblätter vom 1. Oktober 1810, das Gebet des Zoroaster gefunden haben. Liest sich heute nicht der ganze Text so, als sei er erst nach der jüngsten Zerstörung antiker Kulturstätten durch den sogenannten IS geschrieben worden?
Von »mit Blindheit« geschlagenen Menschen gar nicht zu reden, gilt wohl gerade hier nach der Zerstörung des Baal-Tempels und der Grabsäulen: »[…] wenn die Vorwelt nicht wäre und die göttlichen Lieder, die von ihr Kunde geben, so würden wir gar nicht mehr ahnden, von welchen Gipfeln, o Herr! der Mensch um sich schauen kann.« Ebenso mag man heute mehr denn je um Einsicht bitten in »alle Erbärmlichkeiten, Halbheiten, Unwahrhaftigkeiten und Gleisnereien«, und zwar auf Seiten aller mittlerweile am Konflikt Beteiligten, und zuguterletzt auch um Kraft des Urteils und »Besonnenheit und Klugheit« bei der »Wahl der Geschosse«, um »den Verderblichen und Unheilbaren, dir zum Ruhm«, niederzuwerfen. Denn ob es einen diplomatischeren Weg geben kann, daran mag man seit 2011 auch Zweifel entwickelt haben.

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