Geodynamischer Ernstfall und private Problemlage

Paul Jandl in einer Besprechung von Lucy Frickes Roman Takeshis Haut:
»Am 11. März 2011 bebt in der Tōhoku-Region die Erde. In einer Stärke von 9.0. Es ist die heftigste je in Japan gemessene Erschütterung, und ihre wahren Folgen sind auch über drei Jahre später noch nicht zu bemessen. Das Atomkraftwerk von Fukushima ist zerstört, die Gegend rundum verstrahlt, und dass es jetzt auch eine Fernwirkung in der deutschsprachigen Literatur gibt, kommt zweihundert Jahre nach Heinrich von Kleists ›Erdbeben in Chili‹ nicht einmal unverhofft. Josef Haslinger hat in ›Phi Phi Island‹ über die Tsunami-Katastrophe des Indischen Ozeans geschrieben, Gertrud Leutenegger in ihrem buchpreisnominierten Roman ›Panischer Frühling‹ gerade erst über den isländischen Vulkan Eyjafjallajökull. Und spätestens seit Kleist kommt es in der Literatur auf die Fallhöhe zwischen dem geodynamischen Ernstfall und der privaten Problemlage an.« http://www.welt.de/print/die_welt/literatur/article131740056/Haut-ohne-Eigenschaften.html

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