Google statt Esel

Adam Soboczynski in einem ZEIT-Essay:
»Kaum etwas beunruhigte das von allen ständischen und religiösen Bezügen befreite Individuum der Moderne mehr als der Zufall, die besorgniserregende Leere der Landschaft, die Unübersichtlichkeit der Großstädte, das unvorhersehbare Verbrechen, die Gefahr des Verkehrs – Themen so gut wie jedes modernen Romans. Heinrich von Kleist, vielleicht der erste Theoretiker moderner Kontingenz, berichtete in einem Brief im Jahr 1801 von einer Kutschfahrt, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Am Wegesrand wieherte ein Esel, das erschrockene Pferd ging durch, die Kutsche des Dichters stürzte um: ›Und an einem Eselsgeschrei hing ein Menschenleben? Und wenn es nun in dieser Minute geschlossen wäre, darum also hätte ich gelebt?‹ Jeder erinnert sich an eigene Beinahe-Unfälle auf der Autobahn, an Flattersekunden nahenden Todes. Sie dürften bald schon der Vergangenheit angehören. Nicht nur Google arbeitet derzeit an Autos, die den Fahrer überflüssig machen werden. Ihr Nutzer wird nur noch sein Ziel eingeben müssen und dann automatisch und risikolos befördert.« http://www.zeit.de/2014/20/nsa-google-ueberwachung/seite-2

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