Gut dem Dinge

»Der Kleiststein [im sächsischen Lichtenstein] hat Kleists Worte wieder. Am späten Donnerstagnachmittag wurde die neue Tafel mit viel historischem Gefolge und Klarinettenklängen feierlich eingeweiht. Achtklässler Tony Peter war in die Rolle Heinrich von Kleists geschlüpft, der im Jahr 1800 beim Anblick des Lichtensteiner Schlosses seiner Braut Wilhelmine von Zenge (Alina Paeslack) schrieb, er habe gerade das Schönste auf seiner Reise gesehen: das Lichtensteiner Schloss.« http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/HOHENSTEIN-ERNSTTHAL/Liebesbrief-ist-nach-zwei-Jahren-zurueck-artikel8786830.php

Kleist aus Zwickau am 5. September 1800, 3 Uhr nachmittags:
»Jetzt habe ich das Schönste auf meiner ganzen bisherigen Reise gesehen, u. ich will es Dir beschreiben.
Es war das Schloß Lichtenstein. Wir sahen von einem hohen Berge herab, rechts und links dunkle Tannen, ganz wie ein gewählter Vordergrund; zwischen durch eine Gegend, ganz wie ein geschloßnes Gemälde. In der Tiefe lag zur Rechten am Wasser das Gebirgsstädtchen; hinter ihm, ebenfalls zur Rechten, auf der Hälfte eines ganz buschigten Felsens, das alte Schloß Lichtenstein; hinter diesem, immer noch zur rechten ein höchster Felsen, auf welchem ein Tempel steht. Aber zur Linken öffnet sich ein weites Feld, wie ein Teppich, von Dörfern, Gärten u. Wäldern gewebt.«

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