Herr Suck

»Vermutlich«, schrieb mir vor zwei Wochen Stephan Bock, »kennen Sie Wolfgang Herrndorfs Blog ›Arbeit und Struktur‹«, und war so freundlich, auf folgende Passage hinzuweisen, die ich – so many books, so little time – nicht bemerkt hatte:
»Jahre, nachdem ich die Schule verlassen hatte, fand ich einmal ein Aufsatzheft wieder, in dem Herr Suck mir seitenlang Stilfehler angestrichen hatte, plus Erklärung, wie es besser ginge, Kommentar insgesamt länger als der Aufsatz. Aber die Vier in Deutsch machte es mir schwer, ihn ernstzunehmen, […] der mit Tafelkreide warf, in der Sexta Kleist durchnahm und von Stil sprach. Der einzige Lehrer in meiner ganzen Schulzeit, der von Stil sprach. Und auch eine Ahnung hatte, wovon er da sprach, wie das Aufsatzheft beweist. Hätte ich auf ihn gehört, ich hätte zehn Jahre meines Lebens gespart.
Er starb, bevor mein erstes Buch erschien. Hat mich sehr geschmerzt.«
http://www.wolfgang-herrndorf.de/2011/12/zweiundzwanzig/

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