Hesitationsreich

»Typisch für den Volks- und Bierzeltredner Stoiber ist die hesitationsreiche Formulierung, positiv ausgedrückt: ›Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden‹ – so der Titel eines 1806 veröffentlichten Essays des Schriftstellers Heinrich von Kleist, der darin beschreibt, wie ihm dadurch, dass er mit seiner Schwester einfach über ein schwieriges Problem redet, schließlich der richtige Gedanke zur Lösung kommt:
›Ich mische unartikulierte Töne ein, ziehe die Verbindungswörter in die Länge … und bediene mich anderer, die Rede ausdehnender Kunstgriffe, zur Fabrikation meiner Idee … die gehörige Zeit zu gewinnen.‹
Ganz im Sinne Kleists arbeitet sich Stoiber am Thema ab, hörbar und sichtbar. Er nimmt die Hörer mit, die seiner Darbietung wie einer künstlerischen Performance gespannt folgen. […]
Übrigens: Stoiber konnte und kann durchaus auch hesitationsfrei reden, aber für das Publikum ist das dann nicht mehr der ›echte‹ Stoiber.« http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/aeh-oder-kunst-rede-3289695.html?cmp=defrss

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Ein Kommentar zu Hesitationsreich

  1. Man sehe hierzu auch:
    http://www.kleist.org/index.php/dies-a-das/329-2007-stoiber-oder-kleist
    (Kleist-Archiv Sembdner – immer schon Jahre im voraus am Ball)

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