Justizselbstmord

** Von Martin Maurach, Lüneburg **
Wie alles Übrige fortschreitet, so selbstverständlich auch die Arno-Surminski-Forschung. Genauer: die Kleist-Forschung bei Arno Surminski. Kaum haben wir einen Beinahe-Kohlhaas-Anfang seiner Vogelwelt von Auschwitz ausgemacht, lesen wir im Tod eines Richters – Obacht, Herr Walser: Here he comes, Surminski himself! – von der Verwandtschaft zwischen Autor und Figur und weiteren neuesten Forschungsergebnissen, allerdings aus dem Mund einer Gestalt namens Bredow: »Die jüngste Forschung nimmt an, dass Kleist nicht aus Liebeskummer aus dem Leben geschieden ist, sondern aus Verzweiflung über die Juristen, er war auch eine Art Michael Kohlhaas…«.
An der Seite Henriette Vogels, und zwar »nicht aus Liebeskummer«! Sondern aus Verzweiflung wegen eines hingeschleppten Verfahrens gegen Falschparker vor der Auslieferung der Berliner Abendblätter! Wer sieht da nicht ein Werther-Fieber unter Kleistforschern heraufziehen? Möge es Jupiter verhüten…
(Quelle: Arno Surminski: Tod eines Richters. Roman über ein ungewolltes Kind. Hamburg 2012, S. 152)

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