Käthchen auf der schiefen Bahn

Stefan Bachmann inszeniert Das Käthchen von Heilbronn im Schauspiel Köln und ist, so Martin Krumbholz auf nachtkritik.de, »zu verliebt in die Splatter- und Gothic-Effekte der Fabel, in klirrende Rüstungen, Feuer und Rauch und einstürzende Altbauten. Die Entwicklung der Liebesgeschichte bleibt den Hauptdarstellern Julia Riedler und Bruno Cathomas überlassen, die damit überfordert sind. Der Bühnenbildner Olaf Altmann hat über die ganze beträchtliche Breite des Depot 1 im Carlswerk einen mächtigen Wall gebaut, eine hohe gewölbte Rampe, die gleichzeitig als Auftrittssteg, Rutschbahn, Sprungschanze und als – überfordernde – Hochsprunganlaufbahn dient. Eine tolle, aber auch riskante Erfindung, die den Regisseur in die Verlegenheit bringt, sie entsprechend gewinnbringend zu nutzen, was Bachmann in den Spektakel-Szenen – brennendes Schloss, Rauch, Lärm, angestellte Leiter, Cherubim mit mächtigen Flügeln usw. – auch ganz gut gelingt. […] Doch wenn es ans Eingemachte geht, also an den rätselhaften Kern des Stücks, versagt seine Phantasie. In dieser Aufführung ist sozusagen zu viel Physik und zu wenig Chemie.«
Weitere Stimmen:
Focus.online: »Bachmann verwandelte Heinrich von Kleists märchenhaftes ›historisches Ritterspiel‹ in ein Lehrstück. Anders als bei Kleist heiratet Käthchen nicht den Grafen. Sie verzichtet auf den dünkelhaften, gewalttätigen Aristokraten. Aus dem naiven Käthchen wird am Ende eine lebenskluge Käthe. Das Publikum spendete begeisterten Beifall.«
Deutschlandradio Kultur
Die Welt: »langer, begeisterter Beifall«
Kölnische Rundschau: »Einhelliger Premierenbeifall, spärliche Bravi«
Kölner Stadt-Anzeiger: »Kräftiger, kurzer Applaus für Ensemble und Regie«

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