Käthchen in Schwaben

** Von Arno Pielenz, Cottbus**
Wenn eine Schwäbin das schwäbische Käthchen spielt, darf man wohl sparsamste Verwendung aller Bühnenmittel erwarten. Es geht aber auch ganz ohne. Eunike Engelkind nämlich kommt mit zwei Topfbäumchen und einem Stuhl aus und erzählt uns das Käthchen, stellt es dar – und alle anderen Personen auch. Eine kleine Veränderung der Haltung und Mimik macht aus dem demütig-beharrlichen Käthchen den wetternden Strahl oder die tückische Kunigunde, der biedere Gottschalk tritt uns ebenso entgegen wie der denn doch ein wenig (oder ein bißchen mehr) suspekte Kaiser; wir riechen den Rauch der brennenden Burg und hören den Fluß strömen.
So gesehen und geschehen am 27. April im Rudolf-Steiner-Haus (das allein schon wegen seiner Architektur einen Besuch wert ist) in Tübingen, wo man eine Woche verbrachte, um sich einen Jugendwunsch (damals DDR, also unerfüllbar) denn doch zu erfüllen: einmal im Hölderlinturm in dem Zimmer zu stehen, wo der arme Dichter die Hälfte seines Lebens verbrachte.
Frau Engelkind erzählte im Gespräch von einer geplanten Penthesilea-Aufführung. Darauf darf man gespannt sein, vor allem, wenn sie mit dem Käthchen kombiniert wird. Vielleicht sogar nicht nacheinander, sondern parallel?

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