»Käthchen«, tot und lebendig

»Laut Wikipedia soll es 8 Vertonungen von Kleists Ritterschauspiel Das Käthchen von Heilbronn geben. Mir ist keine einzige davon bekannt«, bekennt Ekkehard Pluta in seiner Kritik der Erfurter Ausgrabung von Carl Reinthalers 1881 entstandener vieraktiger Oper »Das Käthchen von Heilbronn«, die jetzt auf Tonträger zu haben ist. (Dabei sind es mittlerweile immerhin stolze neun Vertonungen, wie man dem Hinweis von Renate Ebeling-Winkler – zu finden in den Heilbronner Kleist-Blättern 23 – entnehmen kann. »Was der Librettist Heinrich Bulthaupt, der Nachwelt durch sein Buch ›Dramaturgie der Oper‹ (1887) in Erinnerung geblieben, aus Kleists Stück gemacht hat, ist ziemlich abenteuerlich«, vermerkt der Rezensent. Dem Bayern-Kini, der die Oper in einer Separataufführung gesehen hat, hat sie überhaupt nicht gefallen. Abenteuerlustige indessen kommen auf ihre Kosten: das Libretto ist auf deutsch und englisch beigegeben, bei cpo ist die zwei CDs umfassende Aufnahme erhältlich.
Ja, und die neunte Oper? Sie trägt den schönen Titel »Das Liebesopfer«, stammt von einem gewissen August Brunetti-Pisano (1870-1943), dem Klavierlehrer von Georg Trakl, und zeichnet sich dadurch aus, daß Käthchen am Schluß von Kunigunde vergiftet wird.

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