Klassikerlose Gesellschaft

»Meine Tochter, selbst Lehrerin, hat nach eigener Aussage in der Schule weder Goethe noch Kleist oder Kafka gelesen«, schreibt Hans Christoph Buch in Cicero Online und meint auch sogleich zu wissen, weshalb dem so ist: »Die Ausgrenzung der Literatur aus dem Deutschunterricht begann mit den hessischen Rahmenrichtlinien (eine monströse Wortschöpfung, bar jeder sprachlichen Sensibilität), in denen nicht nur kein deutscher, sondern überhaupt kein Dichter mehr vorkam […]. Statt Goethe, Kleist oder Kafka wurden Werbe- und Gesetzestexte analysiert, und Günter Wallraffs Industriereportagen oder Erika Runges ›Bottroper Protokolle‹ avancierten zum Nonplusultra ästhetisch und politisch fortgeschrittener Literatur. Das war keine bloße Geschmacksverirrung, auch kein individuelles Fehlurteil, sondern die Anwendung der antiautoritären Revolte auf den Deutschunterricht.« http://www.cicero.de/salon/hans-christoph-buch-literaturbetrieb-hat-das-lesen-verlernt-eine-kritikerschelte/56587

Der Fluch der gutgemeinten Tat, fortzeugend immer Gutgemeintes gebären zu müssen, scheint spätestens jetzt auch Österreich ereilt zu haben: »Österreichs Literaten sind sehr besorgt. Sie fürchten, dass die Literatur aus dem Unterricht verschwindet. Schuld daran ist die Zentralmatura: Literatur kommt hier kaum vor – und wenn, dann als Ideengeber für nichtliterarische Texte wie Leserbriefe oder Erörterungen. Die Folge: Im Deutschunterricht werden kaum mehr ganze Bücher gelesen.« http://kurier.at/thema/schueleranwalt/mit-literatur-eine-andere-welt-erfahren/47.889.467
Ebenfalls im Wiener Kurier: http://kurier.at/thema/schueleranwalt/blog-statt-goethe/44.657.209

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Ein Kommentar zu Klassikerlose Gesellschaft

  1. Arno Pielenz sagt:

    „Fack ju Göhte“ – nicht nur Filmtitel, sondern offizielles Bildungsziel.

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