Kohlhaas in Angola

Miguel K. quer Justiça ist der Titel einer Kohlhaas-Adaption des angolanischen Autors José Eduardo Agualusa, die in der Theaterinszenierung des Berliner Regisseurs Jens Vilela Neumann am 10. Juli in Luanda Premiere hatte. Neumann: »Die Thematik des Stückes: Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit, Selbstjustiz und Korruption sind hier ein heißes Eisen (hier herrscht ein stark autoritäres Präsidialsystem) und es gabt zahlreiche Diskussionen, Auseinandersetzungen … hier ist die Stimmung doch einiges explosiver als in Mosambik – die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind einfach noch extremer in diesem Land voller Öl und Diamanten und einem blutigen Bürgerkrieg, der erst 2002 endete.« http://www.tatubola-blog.com/miguel-quer-justica-theaterpremiere-angola/
Weiteres: http://www.luanda.diplo.de/Vertretung/luanda/de/00__Start/Kohlhaas.html
http://vilelaneumann.com/?cat=1 (Trailer 0:41 min)
Ein ausführlicher Vorbericht im Journal de Angola vom 9. Juli: http://jornaldeangola.sapo.ao/cultura/actores_e_musicos_estreiam_peca
Wir danken dem Angola-Kenner und Stimming’s Inn-Mitarbeiter Arno Pielenz für die Übersetzung der beiden Absätze des Journal-Artikels, die sich mit dem Inhalt von Agualusas Bearbeitung befassen:
»In der Adaption des Werkes ist Miguel K. Hirte im Süden von Angola. Er lebt in Frieden mit seinen Frauen [sic], seinen Kindern und seinen Rindern. Eines Tages, beim Durchqueren der Farm eines Generals auf der Suche nach Wasser und grünen Weiden, erzwingt man von ihm die Übergabe zweier Rinder an den Eigentümer. Miguel K. sucht keinen Ausweg im Unrecht, er wendet sich zuerst an die Gerichte. Aber er begreift schnell, wie vergeblich das ist, weil das ganze System korrupt ist – er wird zur Furie und führt in seiner Verzweiflung einen ruhmlosen Krieg.
Miguel K. will Gerechtigkeit beruht auf einer Erzählung des deutschen Schriftstellers Heinrich von Kleist, die auf eine Episode zurückgeht, die sich tatsächlich im 16. Jahrhundert abgespielt hat und in der er versucht hat, den Kampf eines einfachen Mannes zu zeigen, zerrissen zwischen einem übersteigerten Rechtsgefühl und blindem Rachedurst – gegen ein grausames und unmenschliches System.«

Kohlhaas_Angola

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