Landung

** Von Arno Pielenz, Cottbus **
Bei der Arbeit am Register für die Dokumente und Zeugnisse zu Heinrich von Kleist (Brandenburger Kleist-Blätter 15) war es unser Bemühen und Ziel, jeden Namen mit Vornamen, Geburts- und Sterbejahr zu versehen – in Vor-Google-Zeiten ein ziemlich aufwendiges Vorhaben, zumal die Zeitgenossen auf spätere Registerarbeit keine Rücksicht genommen haben und eine Wilhelmine in den Briefen schon mal als Mine, Minchen, Helli oder Röschen auftauchen lassen. Zumindest eine Berufsbezeichnung o. ä. wollten wir im Lückenfalle hinzufügen.
Da war da also der Herr Claudius, über dessen Ballonfahrt Kleist in seinen Berliner Abendblättern so ausführlich berichtet (13. und Extrablatt zum 14.). Die Vornamen Carl (auch Karl) Friedrich waren denn auch bald eruiert – aber die Lebensdaten? Telefonate bei Fluggesellschaften, Ballonvereinen, Luftfahrtmuseen etc. blieben ohne Erfolg. Dabei wäre es für die Cottbuser Renate Schneider und Arno Pielenz so einfach gewesen: Claudius war nämlich Cottbuser. In seiner Chronik zur Geschichte der Stadt Cottbus berichtet Steffen Krestin über ihn: »Er wurde am 21. 1. 1767 in Cottbus geboren, begibt sich 1806 nach Berlin und konstruierte einen Wachstuchballon mit Flugwerk. Am 5. Mai 1811 startet Claudius im Garten der Berliner Tierarzneischule zu einer Ballonfahrt mit seiner ›Claudiante‹ und überflog zwei Stunden die Mark Brandenburg. Er landete aufgrund eines aufkommenden Gewitters, hatte aber bereits eine Höhe von etwa 5.000 Metern erreicht. Die Berliner bereiteten ihm fünf Tage später einen begeisterten Empfang.« – Der Flug, über den Kleist berichtet, war nicht so erfolgreich.
Diesen Angaben zufolge lebte Claudius von 1767-1850. In Cottbus wurde inzwischen eine Straße nach ihm benannt. Sie ist etwas länger als die Cottbuser Kleiststraße.

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