Lebendige Sprache

Aus dem Protokoll der Bundestagssitzung 170 vom 18. April 1997 zum Thema Rechtschreibreform:
»Dr. Liesel Hartenstein (SPD): […]. Je komplexer ein Gedanke ist, desto komplexer werden halt auch die Sätze und desto unverzichtbarer die Satzzeichen zu ihrer Gliederung. Ich frage – danke, Herr Präsident, für die Toleranz; ich bin gleich fertig –: Wie sollte man einen Thomas Mann, einen Heinrich von Kleist oder einen Immanuel Kant verstehen, wenn die Sätze nicht durch Satzzeichen gegliedert wären? Es ist ja eine Verarmung, wenn wir das einfach abschaffen.
(Beifall bei der F.D.P. – Katrin Fuchs [Verl] [SPD]: Das finde ich allerdings auch!)
[…]
Dr. Helmut Lippelt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): […] Liebe Frau Hartenstein, ich habe mich sehr über Ihre lebendige Sprache gefreut. Aber die Amtssprache in der Begründung des Antrags, den Sie unterstützt haben, können Sie wohl nicht vertreten. Lesen Sie das einmal richtig durch!
(Dr. Liesel Hartenstein [SPD]: Also müssen wir das umschreiben!)«
http://www-aix.gsi.de/~giese/rsreform95/13170e.html

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