Modische Neuheit

Das in Heilbronn erschienene Neckar-Echo machte in der Ausgabe vom 16. September 1950 auf eine sensationelle Erfindung aufmerksam:
»Am 17. Juli [1950] erschien Käthchen vor dem Patentamt und erhielt dort seinen amtlichen Taufschein, auf dem vermerkt ist, daß Käthchen ein ›zusammenschiebbarer Leuchtstab-Damenschirm mit elektrischer Stablampe im Handgriff‹ ist. Das klingt alles sehr simpel, und der fertige Schirm sieht einfach aus, aber wer näher hinschaut und dabei etwas denkt, der versteht, daß der Erfinder, übrigens ein Heilbronner Ingenieur, für die Entwicklung des Schirmes über ein halbes Jahr brauchte. Er mußte sich bei der Konstruktion an die bestehenden Normen der Schirmfabrikation halten und so erhielt Käthchen die üblichen Maße eines Taschenschirmes und ist in zusammengelegtem Zustand 34,5 cm lang. […] Wenn unsere Schönen nun in Kürze beleuchtet und berücklichtet durch die Straßen gehen werden, besteht die Gefahr, daß man im Dunkeln von rückwärts angesprochen wird, nicht mehr. Ein Druck auf den Knopf, und jeder Dunkelmann steht in blendender Helle. Verlorene Sachen, die bisher mit Hilfe eines Zündholzes mühsam gesucht werden mußten, sind keine Probleme mehr. Auf der Landstraße stellt das Rücklicht bei Dunkelheit einen nicht zu verachtenden Schutz gegen wildgewordene Autofahrer dar.« http://www.das-käthchen-von-heilbronn.de/index.php/kaethchen-stadt-heilbronn/31-1950-kaethchen-schirm-mit-ruecklicht

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Ein Kommentar zu Modische Neuheit

  1. Martin Maurach sagt:

    Jetzt erst wird Szene III 14 wirklich verständlich: „Käthchen tritt rasch, mit einem zusammengerollten Schirm, durch ein großes Portal, das stehen geblieben ist, auf; hinter ihr ein Cherub, in der Gestalt eines Jünglings, von Licht umflossen […]“

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