Möglichkeit einer Vorentscheidung

Ob das ein gutes Omen ist? Statt zwischen den Herren Platini, Niersbach usw. Daumen und Mundpartie zu drücken, ggf. Tore des deutschen Teams zu bejubeln, mit telekinetischem Blick Pirlos Pässe ins Seitenaus zu beamen, das Duo Balotelli/Cassano medusenhaft in den Mittelkreis zu bannen und Buffons Wetteinsätze seifenblasenartig platzen zu lassen – nimmt die Bundeskanzlerin heute abend an einer Sitzung des Europäischen Rates in Brüssel teil und folglich den vom ›Corriere della Sera‹ hingeworfenen Fehdehandschuh nicht auf (»Jetzt ist Merkel an der Reihe, Italien ist in der Schlacht um Europa bestens aufgestellt«).
Und so bleibt, unabhängig vom Spielausgang, nur die zur Gewißheit gereifte Zuversicht, daß die Kanzlerin zeitnah zum Abpfiff das richtige Wort finden wird, denn:
»Noch die korrodierteste Phrase, das gedankenfernste Gestocher im Nebel von Semantik und Syntax wird in Merkels Kindermund zu einem Dingsda-Moment von hoher, das Paradies im Kleist’schen Sinne durch die Hintertür betretbar machenden Feierlichkeit.« (Stefan Gärtner)

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