Nachklänge (1)

** Von Reinhard Pabst, Bad Camberg **
Als Fünfzehnjähriger schrieb Karl Immermann 1811 ein Gedicht, in dem er »den Tod Heinrichs von Kleist [besang]« (Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur. Bd. 2. Leipzig: Brockhaus 1833, S. 514). Dieses frühe Zeugnis seiner »unwiderstehlichen Lust zu Versen und zum Theater« (ebd.) blieb jedoch ungedruckt.

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Unter dem Pseudonym »Le Petit« erschien 1834 ein »literarisches Fibelbuch« Luther und Faust in Vignetten zu deutschen Dichtern von A wie Willibald Alexis bis Z wie Heinrich Zschokke (88 S.; Leipzig: C.H.F. Hartmann). Kleist kommt auch darin vor:
»Ein vielfältig bewegtes Leben in den letzten Kaiserkriegen zerrüttete seinen Körper, wie die verdammte Liebe seine Seele; als Dramatiker reiht er sich stolz an Schiller, und seine ›Erzählungen‹ sind unübertroffen. Sein Gemüth ist eine natürliche Basaltgrotte im herrlichsten Farbenspiele und mit den abenteuerlichsten Riesengestalten. Er hat sich mit seiner Geliebten, Adolphine Vogel, erschossen.
Des Cirkels Quadratur
Ist die Poesie;
Du siehst in der Natur
Oder nimmer sie.
Die Erde ist rund, und die Kugel ist rund
Es klebt am Pistol der Gläubigen Mund.
Das Kätchen von Heilbronn den Tod sich will geben;
Der Prinz von Homburg fleht um sein Leben.« (S. 38f.)
Verfasser war der Schriftsteller und Journalist Hermann Franck (1802-1855).

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