Namenspatron

Heute vor zweihundert Jahren starb der Arzt Joseph-Ignace Guillotin, dessen Name in der ›Guillotine‹ verewigt ist. Hierzu ein Essay von Michael Rohrwasser in der Wiener Zeitung:
»Der Göttinger Physiker und Philosoph Georg Christoph Lichtenberg hatte 1795 schon verstanden, dass diese Maschine keine wirklichen Vorfahren hat. In einer Skizze, die er im Göttinger Taschenkalender unter dem Titel ›Ein Wort über das Alter der Guillotine‹ veröffentlicht hat, brachte er das Neuartige der Maschine auf den makabren Punkt: Sie hackt nicht mehr, sie schneidet den Kopf ab. Sein Urteil: ›Wenn doch einmal Köpfe abgeschlagen werden sollen, so ist nicht leicht eine vollkommnere Maschine zu dieser Absicht möglich, als die Guillotine‹.
Lichtenbergs Artikel ist, vom Revolutions-Journalismus abgesehen, wohl der erste deutsche Text, in dem es um die Guillotine geht. Aber schon 1811 taucht sie in der deutschen Literatur auf, in Heinrich von Kleists Erzählung ›Die Verlobung in St. Domingo‹, wo in Straßburg die Braut des Helden sich für ihren Geliebten opfert und unter der Maschine ihren Kopf verliert.« http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_reflexionen/vermessungen/616656_Die-Rationalitaet-des-Toetens.html

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