Post-GAU

** Von Martin Maurach, Lüneburg **
Im Jahre 193.. fand ein junger Historiker namens W., der für seine Doktorarbeit etwas ganz Anderes suchte, auf dem Gute K..we bei N. zwei Briefe, die einst der Dichter K. aus Paris an Frau Adolphine v. W-ck geschrieben hatte. Diese Briefe kaum gedruckt, brach sein Vaterland einen Krieg vom Zaun, und der junge W. wurde Soldat.
Nicht lange, so traf es sich, daß ein Herr M.-P. in B., der die wiedergefundenen Briefe gleichfalls hatte drucken lassen, sich einem anderen ›Herrn‹ – von dem wir nicht einmal eine Abkürzung kennen, welcher aber besagte Briefe in eine ›volkstümliche Reihe‹ aufzunehmen sich vorgesetzt hatte – sehr beflissen zeigen wollte, dergestalt, daß er den jungen Historiker und jetzigen Flieger W. unter dem 5t Decbr. 1942 fragte, ob er dessen Anschrift übermitteln dürfte, sich aber, als eine Antwort wochenlang auf sich warten ließ, bei Frau W. in B. nachzuforschen genötigt sah, ob sich nicht die Feldpostnummer ihres Mannes etwan geändert hätte, worauf diese ihn beschied, W.s Feldpostnummer sei noch dieselbe, das LGPA (= Luftgaupostamt) aber laute nunmehr auf – Paris. Nicht lange darauf soll der junge W. gefallen sein.
(Quelle: Teilnachlaß Minde-Pouet, Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin, z. Zt. im Kleist-Museum Frankfurt [Oder])

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